Der Chatklassiker kehrt mit mehr Funktionen zurück
Mit ICQ kehrt eines der beliebtesten Chatprogramme der 1990er- und frühen 2000er-Jahre zurück. Mit dem Instant Messenger können Anwenderinnen und Anwender per Textnachrichten chatten, Video- und Audiocalls durchführen und zahlreiche Zusatzfunktionen nutzen. Bei der Konkurrenz gibt es einige dieser Möglichkeiten nicht. So kann eine Sprachnachricht automatisch in Text umgewandelt werden. Eine E2E-Verschlüsselung gibt es hingegen nicht.
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Diese findet sich bei der Konkurrenz. Zu den ICQ-Alternativen gehört das bei mobilen Betriebssystemen beliebte WhatsApp, wofür es eine synchronisierte Windows-Version gibt. Skype ist hingegen auf Personal Computern und Laptops verbreitet. Es bietet qualitativ hochwertige Video- und Audioanrufe.
Eigentlich war ICQ nie weg
Das 1996 erschienene Chatprogramm war bis in die frühen 2000er-Jahre äußerst beliebt. Es war der erste internetweite Instant Messenger, dessen einprägsame Geräuschkulisse bei neuen Nachrichten noch heute vielen im Kopf sein dürfte. Anschließend nahmen die Userzahlen aber zunehmend ab.
Im Jahr 2013 zählte ICQ nur noch 11 Millionen User und das Unternehmen wurde bereits mehrfach zu immer geringeren Preisen verkauft. Am 07. April 2020 erfolgte der Relaunch mit zahlreichen neuen Funktionen. Im Unterschied zur früheren Version besitzt es nun den Namen ICQ New.
Weiterhin mit alter ICQ-Nummer nutzbar
Wer sich jetzt entscheidet, zu ICQ zurückzukehren, kann seine alte ICQ-Nummer weiterhin nutzen. Selbst wenn sie schon jahrelang nicht mehr genutzt wurde, ist sie in der Regel weiterhin hinterlegt. Wer sie nicht mehr kennt, kann seine Freunde fragen oder sie sich auf die hinterlegte E-Mail-Adresse senden lassen.
Wer noch keine Nummer hat oder sie nicht mehr herausfindet, meldet sich mit der eigenen Handynummer an. An diese wird per SMS ein Bestätigungscode gesandt. Anschließend werden Vor- und Nachname eingegeben sowie ein Avatar gesetzt.
Chatten, anrufen und Webcam nutzen
Um mit anderen Personen in Kontakt zu bleiben, muss nur die neunstellige ICQ-Nummer weitergegeben werden. Damit lässt sich eine andere Person in die Kontaktliste aufnehmen. Telefonnummer und Nickname können ebenfalls genutzt werden. Die Optik hat sich im Gegensatz zu dem Design der 1990er- und frühen 2000er-Jahre erheblich geändert. Es wirkt modern und aufgeräumt.
Verschiedene Sprachvarianten stehen zur Verfügung, wobei sie nicht überall genutzt werden. So können verschiedene Status ausgewählt werden, allerdings immer in Englisch. Einfache Sprachkenntnisse reichen dafür aus. Zudem gibt es das Symbol, das erkennen lässt, was der Status aussagen soll. Neben einer sehr langen Liste lassen sich diese auch individuell mit einem Namen und einem kleinen Avatar anlegen.
Sehr hohe Sprach- und Videoqualität
Ein großer Nachteil von ICQ war damals die Qualität von Audio und Video, die sich im Gegensatz zur Konkurrenz nur begrenzt weiterentwickelte. Mit dem 2020er Relaunch gehört dieser Nachteil der Vergangenheit an. Die Qualität entspricht heutigen Erwartungen – sofern die eigene und die Internetleitung des Chatpartners mitmachen.
Größere Dateien konnten früher nur sehr langsam und bis zu einer Grenze übertragen werden. Diese Einschränkungen sind nicht mehr anzutreffen. Jetzt werden Bilder, Videos, Musik und andere Dateien schnell übertragen. Aber Vorsicht: Laut den Teilnahmebedingungen können die Rechte an selbst übertragenen Inhalten verloren gehen. Dies ist nicht der einzige Nachteil. Eine E2E-Verschlüsselung ist nicht integriert, was nicht mehr zeitgemäß erscheint.
Darf es ein bisschen mehr sein?
Die technischen Funktionen vom neuen ICQ übertreffen hingegen teilweise die Erwartungen. Vor allem die Sprach-zu-Text-Option ist interessant. Wer an PC und Laptop, aber auch an mobilen Endgeräten nicht hören möchte, was der Chatpartner als Sprachnachricht geschickt hat, wandelt sie einfach in Text um. Andere Personen bekommen so nicht mit, was gesagt wurde.
Smart Replies sind eine weitere Option, die bei der Konkurrenz vergeblich gesucht wird. ICQ analysiert dafür den bisherigen Chatverlauf und macht automatisch Vorschläge, was geantwortet werden soll. Wer auf Massenunterhaltungen steht, ist ebenfalls richtig bei ICQ. An einem einzelnen Chat können bis zu 25.000 User teilnehmen. Daneben gibt es die Möglichkeit, einen eigenen Kanal aufzubauen.
Das neue ICQ macht Spaß
Mit ICQ New trägt das Relaunch den absolut richtigen Namen. Die neue und übersichtliche Optik unterscheidet sich vom klassischen Aussehen erheblich, was aber nur den radikalsten Nostalgikern negativ auffallen dürfte.
Mit der Sprach-zu-Nachricht-Funktion und Smart Replies bietet ICQ sogar einige handfeste Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Ob das wirklich viele Leute anzieht, wird sich zeigen. Die unklaren Urheberrechte und die fehlende E2E-Verschlüsselung dürften zahlreiche User abschrecken.








